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oe24.at
May 7, 2009


photo by Georg Hochmuth

article text in German

Erotik und Spiritualität zusammenbringen

Sängerin Tori Amos hat die neue CD "Abnormally Attracted to Sin" am Start und kommt am 25.9. nach Wien!

"Abnormally Attracted to Sin" (Universal) heißt das neue Album der exzentrischen Popsängerin Tori Amos. Unter Sünde versteht Amos aber nicht das, was herkömmlich damit gemeint ist: Denn bei den "fundamentalen Überzeugungen" der großen Religionen vom Sündhaften geht es "um Unterdrückung und darum, das Sexuelle und das Spirituelle in den Frauen zu trennen", sagte Amos. Für Amos ist jedoch "die größte Sünde die Intoleranz". Am 25. September gibt es in der Wiener Stadthalle Halle F die Gelegenheit, die Sängerin live zu erleben. Der Vorverkauf dafür startet am 9.5.

Neue Cd ist weniger Klavier-lastig

Unverwechselbar Tori Amos sind die Songs der neuen CD, ein bißchen weniger Klavier-lastig als früher. Die Themen der Texte drehen sich um unterdrückte Weiblichkeit, Religion und auch Politik. Vor allem gehe es darum, "Erotik und Spiritualität zusammenzubringen", schilderte die Sängerin. "Frauen müßen schon seit langer Zeit mit der Idee umgehen, daß sie, wenn sie Mutter werden, dafür ausgerechnet jene Dinge amputieren müßen, die sie zur Mutter gemacht haben", so Amos.

"spirituell und sexuell integrierte Frau"

"Diese andere Seite", das Erotische der Frauen, wird als "nicht ehrenhaft angesehen, und in Magazinen am obersten Regal der Zeitungßtände" versteckt. Amos will betonen, daß dieser eßenzielle Wesenszug der Frauen, die "spirituell und sexuell integrierte Frau" nicht versteckt werden soll. Das Patriarchat der "großen Religionen hat da nicht geholfen". Amos ist jedoch "wirklich überzeugt, daß es auch beßer für die Männer wäre, wenn die Frauen in diesem Zusammenbringen" der verschiedenen Facetten des Weiblichen unterstützt würden.

"Größte Sünde ist Intoleranz"

Intoleranz hingegen sei die "größte Kraft, die uns Krieg führen und andere Leute wegen deren Glauben attackieren läßt". Um überleben zu können, müßten die Menschen für die künftigen Generationen "einige dieser Konzepte auf neue Beine stellen. Die Erde wird durch die Intoleranz sonst ein sehr kleiner Planet."

Viel Arbeit für CD

Die neue, nach einem Zitat aus dem Musical "Guys and Dolls" benannte CD kommt in einer Deluxe-Version mit einer Bonus-DVD, auf der zu jedem Song ein eigener Videofilm zu finden ist -- "Visualettes" nennt Amos diese kurzen Filme. Im Schaffensprozeß haben Video und Audio einander gegenseitig beeinflußt und seien zusammengesehen ein ganz neues Werk, betont die Musikerin, alle Teile (u.a. auch die aufwendigen Fotografien im Booklet) paßen zueinander wie eine Hand in einen Handschuh. Dahinter steckt viel Arbeit, viel Liebe und auch viel Geld, schilderte Amos. Derartiger Aufwand ist untypisch in Zeiten des Downloads -- "ich habe mich mit diesem Paket verführt. Als Künstler muß man geben, geben, geben. Ich wollte den Menschen etwas geben, das haptisch ansprechend ist und reich."

Doch wieder Plattendeal

Daß Amos nun doch nicht -- entgegen den Ankündigungen -- auf ein Plattenlabel verzichtet, sondern mit Universal einen "nicht traditionellen Labeldeal" abgeschloßen hat, darin "hat das Universum eingegriffen, nicht Universal", so Amos. Sie sei zufällig Zeuge eines Telefonats mit dem Universal-Chef geworden und habe diesen grüßen laßen. "Er wollte mich sprechen", und als er erfahren hatte, daß Amos keinen Labeldeal mehr wollte, sagte er: "Das kannst du nicht machen. Wir müßen zusammenarbeiten."

Verehrerin der österreichischen Klaviermarke Bösendorfer

Amos ist bekannt dafür, Verehrerin der österreichischen Klaviermarke Bösendorfer zu sein. Die Verluste, Besitzer-Veränderungen und Sparmaßnahmen, der sich die Klaviermanufaktur zuletzt ausgesetzt sah, beunruhigen sie, bestätigte die Sängerin. Und Amos sorgt vor: "Ich horte Bösendorfer-Flügel", sagt die Musikerin. Nicht zuletzt für den Fall, daß die Produktion doch noch aus Österreich abgezogen wird. "Wenn man beginnt, diese Klaviere anderswo zu bauen, muß man sicherstellen, daß die Einzelteile die selben sind, das Holz, die Handwerker -- oder es ist schlicht nicht mehr daßelbe", so Amos. Für sie würde dann eine andere instrumentale Zeitrechnung beginnen, so wie "vor Christus" und "nach Christus": "'Vorher' wäre Bösendorfer in seiner puren Form und 'nachher' wäre, was auch immer zukünftig damit paßiert."

[source]


t o r i p h o r i a
the World of Tori Amos
www.yessaid.com